Natur & Umwelt

WorchesterbeereMein Familienstrauch
Das Team vom ÖkoGut Buch ist Experte im ökologischen Gärtnern – heute: Ribes divaricatum 
Zum gemeinnützigen Netzwerk Albatros gehört auch das ÖkoGut in Berlin-Buch. Allerdings hat sich der Arbeitsschwerpunkt unseres bisherigen Kolumnen-Autors Frieder Monzer hin zu Albatros-Projekten im Märkischen Viertel (Reinickendorf) verschoben. Ganz wird Monzer den Kontakt zum ÖkoGut und zum »Bucher Boten« sicher nicht verlieren. Die vorläufig letzte seiner 18 Kolumnen erzählt über eine Symbolpflanze seiner eigenen Familiengeschichte.

Der Garten meiner Kindheit lag an einem Erzgebirge-Osthang in etwa 480 Metern Höhe. Da hatte man einen freien Blick bis zum Gebirgskamm. Ab etwa 750 Metern spielte sich während meiner Schulzeit das damals wohl schnellste Waldsterben Europas ab. Aus der nordböhmischen Braunkohleverwertung mit schwefelhaltigen Emissionen resultierten Atomschlag-Bildern ähnelnde Kammwälder. Damit begann mein ökologisches Engagement.
Die rätselhafteste Pflanze in unserem Garten war eine ungewöhnlich leckere Stachelbeere. Wir hielten sie für eine alte Sorte der europäischen Stachelbeere Ribes uva-crispa. Aber keiner wusste genaueres. Auch das Deutsche Sortenamt blieb die Antwort schuldig. »Kommt aus England«, vermutete der Nachbar, von dem mein Vater ungefähr zum Zeitpunkt meiner Geburt die ersten Sträucher erhalten hatte.
Vorteile gegenüber der »normalen« Stachelbeere: superaromatische Früchte ohne dicke saure Schale, der Strauch ist sehr widerstandsfähig gegenüber Pflanzenkrankheiten.
Nachteile gegenüber der »normalen« Stachelbeere: kleinere Früchte, empfindlichere Schale, der Strauch ist meistens noch pieksiger.
Durch ihre schlechte Transport- und Lagerfähigkeit sind die leckeren Beeren also vor allem zum Sofortverbrauch sowie für Konserven geeignet.
Im Garten meiner Kindheit wuchsen etwa ein Dutzend dieser Pflanzen. Durch Vermehrung entstanden beliebte Geschenke für verwandte und bekannte Gartenbesitzer. Meine Beerensträucher sind inzwischen in acht Ländern zwischen Nordsee und Karpaten zu finden. In der Familie eines Kaulsdorfer Epidemiologen heißen sie sogar Friederbeeren…

Lesen Sie ausführlich in unserer Printausgabe