Natur & Umwelt
Bucher Gewässerlandschaft unter Schutz
Senat kann nun beweisen, dass er es ernst meint mit dem Naturschutz
Vor über zwei Jahren hatte die Bezirksverordnetenversammlung Pankow einen Beschluss gefasst und den Senat aufgefordert, die Bucher Moorlinse so zu schützen, dass auf die im städtebaulichen Entwurf für das Stadtquartier Buch Am Sandhaus als Option dargestellte Blockrandbebauung nordöstlich der Bucher Moorlinse verzichtet werde. Flächensparendes, klimaangepasstes Bauen wurde angemahnt.
Die Pufferzone zur geplanten Bebauung soll 100 m betragen. Ob das ausreicht, um das Landschaftsschutzgebiet der Moorlinsen mit ihrer außergewöhnlichen Artenvielfalt zu schützen und zu erhalten, kann bezweifelt werden.
So fordert beispielsweise der NABU eine ganzjährig geschützte Ruhezone von mind. 250 m um die Moorlinsen herum und die Ausweisung als Naturschutzgebiet (NSG). Letzteres ist auch vom Senat ins Auge gefasst worden – parallel zum Bebauungsplanverfahren.
In einer simulierten FFH-Verträglichkeitsprüfung (Flora-Fauna-Habitat) werde untersucht, welche Wirkungen durch das Bauvorhaben auf die Schutzgebiete mit ihren Schutzgütern bestehen könnten, erklärte jetzt die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Bettina Jarasch.
Zudem laufe das Verfahren zur Unterschutzstellung der beiden Bucher Feuchtbiotope und ebenso für die »Bogenseekette und Lietzengrabenniederung«. Enden könnte es in der Ausweisung eines Naturschutzgebietes…
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Wildtier des Jahres: Der Rothirsch
Der Rothirsch (Cervus elaphus) wurde zum »Wildtier des Jahres 2026« gewählt. Er ist das größte Tier im heimischen Wald. Er wird 1,50 m lang und wiegt bis 200 kg bei einer Schulterhöhe von 1,30 bis 1,50 m. Die Hirschkühe sind kleiner und leichter. Rotwild, das sind wiederkäuende Paarhufer, sie werden bis 20 Jahre alt. In Deutschland gibt es ca. 220.000 Tiere und sie kommen nur auf 25 % der Bundesfläche vor. Sie waren einst tagaktive Steppentiere im offenen Gelände, nun sind sie auf der Flucht vor Menschen nachtaktive Waldbewohner geworden. Das Sommerfell von Juni bis September ist rötlich-braun, daher entstand ihr Name Rothirsch. Das Winterfell ist dagegen graubraun und doppelt so lang wie im Sommer.
Rothirsche fressen Gras, aber auch Kräuter, Triebe, Pilze und Früchte. Ein Tier nimmt am Tag 8 bis 20 kg verschiedenste Pflanzenteile zu sich. Der Hirsch muss die Nahrung mehrmals wiederkäuen. Dafür wandert er normalerweise lange Strecken zwischen Tag- und Nachtrevier, zwischen Sommer- und Winterlebensraum. Die Tiere gehen auf eigenen Pfaden, die auch Wechsel genannt werden. Sie können bis neun Meter weit springen und sogar eine Höhe von drei Metern überwinden. Dabei transportieren sie auch Pflanzensamen über Fell, Hufe und Kot bis 100 km weit. Laut einer Studie verbreiten sie 85 Pflanzenarten. Sie benutzen feste Malbäume, also Baumstämme, an denen sie sich zur Körperpflege abscheuern. Diese Bäume und Suhlen sind eine Art Pflanzentauschbörse, da sich dort verschiedene Tiere einfinden. Außerdem scheiden Rothirsche mit dem Kot bis zu 20.000 Pflanzensamen aus. Die gewohnten Wanderwege hat der Mensch jedoch inzwischen durch Straßen und Autobahnen unterbrochen. Im Jahr 2023/24 starben in Deutschland 2.750 Tiere im Straßenverkehr. Da sie die Wälder über die Straßen nur ungern verlassen, richten sie dort großen Schaden für die Waldbesitzer an. Sie fressen die Triebe junger Bäume ab und von alten schälen sie die Rinde, wodurch diese sterben. Im Jagdjahr 2023/24 wurden etwa 75.951 Tiere abgeschossen. Um das zu verhindern, wird eine Verbindung zwischen den Revieren benötigt. Dadurch könnten wandernde Tiere, also außer Rothirsch auch Wildkatze, Luchs und Wolf, wieder weiterziehen…
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