Geschichte

UnterweltStraßen, Wege, Berge und Tunnel (2)
Gestern und Heute – Reminiszenz an das Dorf Buch im Wandel der Zeiten
Was trieb in grauer Vorzeit unsere Vorfahren dazu, eine Welt zu erobern, von der sie nicht wussten, ob sie ein Anfang oder Ende hat? War es Neugier und Entdeckerlust? Oder die Flucht vor Naturkatastrophen? Es gab weder Wege noch Stege, geschweige denn Wegweiser! Wahrscheinlich dienten den frühzeitlichen Weltenbummlern Flüsse, Bäche, Berge, Seen und Küsten, vielleicht auch Sonne oder Mond, als Führer in unbekannte Fernen.
Schon während der Steinzeit erreichten frühe Wanderer auch Buch. Erste und sparsame schriftliche Informationen über das Siedlungsgebiet rund um Buch gibt es erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Für die geschätzten 130 Einwohner mussten keine Straßen angelegt werden.

Es waren eher Trampelpfade für das Federvieh, für Schweine, Kühe, Ziegen und deren Besitzer. Benannt wurden im Übrigen nur 25 Flurabschnitte, z. B.: Aufn Hufen, Aufn Bielcken, Aufn Brunswicken, Aufn 8 Ruhten, Im Bullen Winckel u. s. w. Auch die Schreibweise des Dorfnamens wurde mehrfach geändert, wie z. B. Windischen Bug (Buck/Bück).
Über die drei Bucher Berge wurde bereits in der vorigen Ausgabe des »BB« berichtet. Die aktuelle Straßenkarte von Berlin-Buch von 2018 verzeichnet 48 öffentliche Straßen und Wege. Bis auf vier, die lediglich nummeriert wurden, bekamen 44 Bucher Straßen einen Namen. 21 Straßen wurden nach Herren der Schöpfung bemannt, in den 25 übrigen Benennungen spiegeln sich geographische beziehungsweise örtliche Gegebenheiten wider.
Was Straßennamen anbetrifft, kann Buch wirklich aus reich sprudelnden Quellen schöpfen: Zum Beispiel schauen seit Mai 1938 die Bucher Adelsfamilien von zahlreichen Straßenecken auf die Bucher herab (Pölnitz, Röbel, Schmetstorp, Viereck, Wiltberg).
Zur Ehre und zum Gedenken an den ebenso bedeutenden wie bescheidenen Physiker Conrad Röntgen (1845–1923) wurde die »Von-Treskow-Straße« 1938 in »Röntgentaler Weg« umbenannt.
Ein kleines, nur 160 Meter langes Sträßchen erinnert an den letzten gräflichen Oberförster Groll, der die Sympathie des tödlich verunglückten Bucher Grafen Gustav v. Voß besaß, und der im Schlosskrug (heute Restaurante »Il Castello«) den Architekten, Berliner Stadtbaurat und Bauherrn der Bucher Krankenhäuser, Ludwig Hoffmann, bewirtete und unmittelbar am Bahnhof Buch eine große Gaststätte mit verspiegeltem Ballsaal, Kinosaal und mehr bauen ließ, die während der DDR-Zeit jahrelang Schalck-Golodkowski als Lager diente und heute einen Jugendklub beherbergt.
Vor 150 Jahren (1871) hatte Buch gerade einmal 265 Einwohner, die, von den Schlossbewohnern abgesehen, in durchweg bescheidenen Anwesen lebten…

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