Geschichte

Spaziergang Ludwig HoffmannSpaziergänge durch Buch
Am Sonnabend, dem 9. Mai, informiert Manfred Pinkwart noch einmal über die Geschichte des Areals an der Wiltbergstraße 50 – das Ludwig Hoffmann Quartier.
Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Infotafel neben dem Pförtnerhaus. 
Geplant als IV. Irrenanstalt von Berlin, war das Gelände viele Jahre ein Hospital. Nach 1950 wurde der Bereich das Städtische Krankenhaus und ab 1963 Teil des Klinkums Buch. Nach der Privatisierung des Bucher Klinikums im Jahre 2001 wurde dieser Bereich – genannt ÖB I – schrittweise aufgegeben. Die Nutzung als Krankenhaus endete 2010 mit dem Auszug der Kinderklinik.

In den Folgejahren entstand (und entsteht) ein Wohnpark mit sozialen und Bildungseinrichtungen sowie Gewerbe. Das 1909 entstandene Ludwig Hoffmann Quartier mit seinen vielen Schmuckelementen ist immer wieder ein Anziehungspunkt. Interessierte sind herzlich zu diesem Spaziergang eingeladen!


ZeitzeuginEine Zeitzeugin aus Leningrad
In Schwanebeck wurde an die Blockade 1941-1944 erinnert
Keine Stadt der Welt hat eine derart lange Belagerung erleben müssen, keine Stadt der Welt beklagte so viele Opfer – wie Leningrad, das heutige St. Petersburg. Die Blockade durch deutsche (und spanische) Truppen im Zweiten Weltkrieg währte 872 Tage von 1941 bis 1944 und kostete etwa 1,1 Millionen Zivilisten das Leben. Etwa 90 Prozent der zivilen Opfer verhungerten. Die Einschließung der Stadt über 28 Monate hatte das Ziel der systematischen Vernichtung der Bevölkerung und war eines der verheerendsten Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht.
Valentina Handke hat die Blockade als siebenjähriges Mädchen miterlebt. Am 1. April erzählte sie – 81 Jahre nach Kriegsende – auf einer Veranstaltung der Gesellschaft für deutsch-russische Freundschaft e. V. in der Festscheune des Autohauses Sommer in Schwanebeck von ihren Erinnerungen an diese Zeit. Die 90-Jährige hat noch nicht oft öffentlich über diesen schweren Teil ihres Lebens geredet. Aber es sind nicht Worte, die unauslöschlich in ihr geblieben sind, es sind die Bilder. Knapp 6 Jahre alt war das Mädchen, als die Blockade der Deutschen begann. »Wir wohnten am Stadtrand. Ich erinnere mich an einen Tag im Herbst 1941, da war es schon sehr kalt. Meine Mutter hielt meinen einjährigen Bruder auf dem Arm, da kam plötzlich ein Lkw. Auf den Bänken saßen viele Kinder, eingehüllt in Decken. Ein Mann trat zu meiner Mutter und fragte, ob sie mich nicht auch mitgeben wolle, dies sei der letzte Wagen, der aus der Stadt herausfahre. Meine Mutter hat abgelehnt. ‘Wenn wir schon sterben müssen, dann sterben wir alle zusammen’, hat sie gesagt.« …

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