Geschichte

400 Mediziner für 223 Patienten
StasikrankenhausEinblick in das ehemalige Stasi-Krankenhaus in Buch
So geschichtsvergessen unsere Zeit zwischen Smartphone, Laptop, Blogs und Fakenews auch zu sein scheint, so groß ist doch das Interesse an wirklicher Geschichte. Am 11. Mai hatten Planergemeinschaft, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Bezirksamt Pankow anlässlich des 5. Tags der Städtebauförde- rung zu aufeinanderfolgenden Führungen durch das Stasi-Krankenhaus Buch geladen. Wie groß das Interesse der Bürger war, zeigte sich daran, dass die drei Termine schon Tage vorher ausgebucht waren. Winfried Pichierri von der Planergemeinschaft zum »BB«: »Wir hatten bei jeder der drei Führungen mit 25 Besuchern gerechnet. Insgesamt waren dann aber 120 Leute da. Wir sind zufrieden.«

Stasikrankenhaus innenDie Veranstalter hatten sich gut vorbereitet. Am ehemals von einer extra Stasi-Einheit bewachten Eingang in der Hobrechtsfelder Chaussee wurden die Interessenten auf einen teils zugewucherten Weg gewiesen. Dann gaben Bäume und Sträucher den Blick frei auf den schmucklosen Betonbau, der bereits äußerlich einen erbarmungswürdigen Anblick darbot: vollgeschmiert mit Graffiti, eingetretene Türen, eingeworfene Fenster. Im Haus kein Licht, Wasser oder Heizung, überall massive Vandalismus-Schäden. Die Wege, welche die Besucher gehen konnten, waren mit roten Pfeilen markiert, Absperrbänder verwiesen auf gefährliche Durchgänge.
Historiker Dr. Christian Halbrock (55) von der Stasiaktenbehörde führte die Besucher kenntnisreich durch die wohl geheimste Klinik der DDR: das »0bjekt 100« mit so erstaunlicher wie erschreckender Geschichte. Stasi-Minister Erich Mielke wünschte sich für seine 20.000 Mitarbeiter in Ostberlin und die seit 1970 zunehmende Schar der MfS-Pensionäre ein eigenes Krankenhaus…

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