Geschichte

Helios20 Jahre Helios Klinikum Berlin-Buch
Nach der Wende kämpfte das Bucher Klinikum ums Überleben – 2001 wurde es privatisiert
Das 1994 gegründete Helios-Unternehmen ist einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Europa mit rund 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Im Jahre 2005 wurde die Helios GmbH vom Gesundheitskonzern Fresenius übernommen.
In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, rund 136 Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und 6 Präventionszentren. 1,1 Millionen stationäre und 4,1 Millionen ambulante Patienten wurden 2020 betreut. Helios hat in Deutschland 73.000 Mitarbeitende. Der Umsatz im Jahr 2020 betrug 6,3 Milliarden Euro. 
Die Helios Kliniken GmbH übernahm im Jahr 2001 das Klinikum Buch, die Franz-Volhard- und die Robert-Rössle-Klinik, die sich zu dieser Zeit in sechs verschiedenen örtlichen Bereichen in Buch befanden.

Übernommen wurden rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Schulden in Höhe von ca. 18 Millionen Euro und die Verpflichtung, einen Neubau für 200 Millionen Euro im Hufeland-Areal zu errichten. 
In der Folgezeit begann eine Welle von Umzügen der Kliniken und ein Abbau der Betten und Personalstellen. Viele Häuser wurden leergezogen und dem Liegenschaftsfonds Berlin übergeben. Die Volhard-Klinik und die Rössle-Klinik der Charité wurden in das Klinikum Buch eingegliedert. Das Land Berlin verzichtete darauf, die beiden Einrichtungen weiter als Teil der Universitätskliniken zu betreiben. 
Die 1990 vom Klinikum Buch übernommenen Krankenhäuser an der Hobrechtsfelder Chaussee, die Bereiche VI und VII (ehem. Stasi-KH und Regierungs-KH), wurden elf Jahre später mit der Helios-Übernahme Schwerpunkt der medizinischen Versorgung. Die Kliniken aus dem Bereich des Hufeland-Krankenhauses (Karower Straße) mussten verlagert werden, um Baufreiheit für den geplanten Neubau und für die Sanierung der alten denkmalgeschützten Hoffmannschen Gebäude auf dem Gelände zu schaffen…

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FontaneFontanes Brandenburg für 2022
Zum dritten Mal in Folge bringt der Illustrator H.-Jürgen Malik aus Karow im Findling Verlag den beliebten Kalender »Mit Fontane durch Brandenburg« heraus. Leuchtende und stimmungsvolle Aquarelle verbindet er mit schönsten Zitaten aus Theodor Fontanes »Wanderungen durch die Mark Brandenburg«. Fans können sich auch 2022 inspirieren lassen, Orte und Landschaften zu entde-cken, die Fontane liebevoll und poetisch beschrieb. Darunter findet sich auch Buch mit der Schlosskirche. Weitere Orte und Regionen, die auf den Monatsblättern abgebildet sind: Scharmützelsee, Neuruppin, Paretz, Werneuchen, Schwielowsee, Ruppiner Schweiz, Werbellinsee, Kunersdorf, Spreewald, Pfaueninsel und Schloss Oranienburg.

Der Kalender (21 x 29,7 cm) ist für 15 Euro im Buchhandel oder Online beim Findling Verlag erhältlich.



Was uns Medaillen erzählen: Königsbesuch 1844 in Bernau

Der heutige Beitrag soll uns wieder ins benachbarte Bernau führen und zwar zum 16. Juni 1844, also immerhin 177 Jahre zurück. Ausgangspunkt ist eine Medaille der Schützengilde Bernau. Obwohl man auf der Medaille selbst keinerlei Hinweis auf die Schützengilde finden kann, ist die Medaille von der Machart und der auf der Medaille genannten Person, C. E. Heyde, dem Bernauer Schützenwesen mit Sicherheit zuzuweisen. 

Medaille VornAber zunächst zur Beschreibung dieses außergewöhnlichen Stückes. Es handelt sich nicht um eine normale geprägte oder gegossene Medaille, sondern offensichtlich um die Einzelanfertigung eines, wahrscheinlich, Bernauer Goldschmiedes. Sie besteht aus einer dünnen runden Silberplatte, die mit einem nachträglich montierten Rand eingefasst und verlötet wurde. Der Gesamtdurchmesser beträgt 56 mm. Oben am Rand wurde eine Ringöse angelötet, wahrscheinlich um die Medaille an einer Schützenkette befestigen zu können. 
Die Vorderseite zeigt folgende Gravur in Schreibschrift: Zum Andenken gewidmet von C. E. Heyde. Bernau d. 28tn Mai 1844. Nachträglich wurde von ungeübter Hand zusätzlich die Jahreszahl 1851 eingraviert. Über der Inschrift sehen wir zwei gekreuzte Schlüssel und an den Seiten zwei Lorbeerzweige, die unten mit einer Schleife verbunden sind. 
Medaille hintenDie Rückseite, die interessantere Seite, trägt folgende Gravur ebenfalls in Schreibschrift: Am 16. Juni des Jahres 1844 sahn wir unsern edlen u. hochherzigen König mit hohem und erlauchtem Gefolge durch unsre Straßen wandeln. Heil Ihm u. unserm Koenigshaus.  Immerhin drei verschiedene Daten weist die Medaille aus, wie sind die Zusammenhänge? 
Hilfe beim Nachforschen über die Umstände der Schaffung dieser Medaille leistet die bis heute unverzichtbare Chronik des Bernauers August Wernicke aus dem Jahr 1894, die 1992 einen Nachdruck erfuhr. Auf der Seite 489, Spalte 2 erfahren wir, dass der preußische König Friedrich Wilhelm IV. und seine Begleitung im Sonderzug auf der Rückreise nach Berlin am 16. Juni 1844, einem Sonntag, in Bernau Station machen musste, da die Bahnstrecke nach Berlin nicht frei war. Der Bernauer Bürgermeister nutzte die Gelegenheit und lud den König und sein Gefolge ein, einen Rundgang durch Bernau zu unternehmen. Zum Gefolge des Königs gehörte auch sein Bruder, der spätere deutsche Kaiser Wilhelm I. Die Gesellschaft ging durch das Steintor, überquerte den Marktplatz und besuchte die Marienkirche. Mittlerweile hatte sich der Besuch herumgesprochen und die Bernauer kamen in Scharen, um sich das Ereignis anzusehen 

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Numismatik & Faleristik
III. Weltfestspiele 1951

WeltfestspieleDiesen Beitrag möchte ich mit einer persönlichen Erinnerung einleiten. Am Beginn der Sommerferien 1951, die 1. Klasse hatte ich gerade abgeschlossen, haben wir Schüler der alten Schule in Karow, gelegen an der Kirche, mitgeholfen, unser Klassenzimmer auszuräumen. Eingeräumt wurden dicke Strohsäcke, auf denen Teilnehmer der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin ihr Nachtlager finden sollten. Bewusst erwartet und wahrgenommen hatte ich diese Veranstaltung nicht, lediglich unsere Schulhefte, die wie sämtliche Lernmaterialien für alle Schüler kostenlos waren, zeigten das Symbol der Weltfestspiele, eine gelbe Frau, ein weißer und ein schwarzer Mann, die sich die Hände gaben und über ihnen schwebte die Friedenstaube. Letztere hatte Picasso gestaltet.
Die III. Weltfestspiele wurden vom 5. bis 19. August 1951, also vor 70 Jahren, durchgeführt; sie sind als das erste internationale Großereignis nach dem 2. Weltkrieg in Berlin zu bezeichnen. Zuletzt erreichten die XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin 1936 einen ähnlichen Stellenwert für die Stadt, trotz oder wegen des für kurze Zeit pausierenden NS-Terrors. Parallel zu den Weltfestspielen 1951 wurden die XI. Akademischen Sommerspiele zum gleichen Zeitraum und am gleichen Ort veranstaltet. 
In Vorbereitung dieser Großveranstaltung, die vom Weltbund der Demokratischen Jugend (WBDJ) getragen und von der Freien Deutschen Jugend (FDJ) organisiert wurde, hatte man das Walter-Ulbricht-Stadion (später Stadion der Weltjugend), das Cantianstadion, das Friesen-Schwimmstadion im Friedrichshain und die Sporthalle in der Stalinallee in Rekordzeit errichtet. Bis auf das Cantianstadion sind alle Bauten später abgerissen worden, zuletzt das Stadion der Weltjugend an der Chausseestraße. Dort residiert heute der Bundesnachrichtendienst mit seiner Zentrale. 
An den Weltfestspielen nahmen 26.000 Delegierte aus 104 Ländern, über 2 Millionen Jugendliche aus der DDR und 35.000 aus der BRD und Westberlin teil. Das war schon eine beeindruckende Zahl und ich habe damals den ersten Menschen mit dunkler Hautfarbe in Karow angestaunt, der mir in meinem jungen Leben begegnet war. 
Zu den III. Weltfestspielen und den XI. Akademischen Sommerspielen wurden viele Abzeichen und einige Medaillen, teilweise hervorragend gestaltet und äußerst solide gefertigt, herausgegeben. Alle für eine Sammlung zusammenzutragen, dürfte heute kaum noch möglich sein. Die nach meiner Meinung bedeutendste und auch seltene Medaille, die auf beide Veranstaltungen eingeht, will ich heute vorstellen. Es handelt sich um eine Gussmedaille aus Bronze, die einen Durchmesser von 115 mm aufweist…

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