Geschichte

Robert RoessleRobert Rössle weiter auf dem Prüfstand
Wer ist es wert, dass an Straßenecken, Plätzen und andernorts an sein Leben erinnert wird? Wer entscheidet über eine solche Ehrung? (…)
Der Pathologe Robert Rössle steht seit einiger Zeit in der öffentlichen Kritik. Diskussionen um seine Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus sind immer lauter geworden. Im September 2018 gab die Pankower Bezirksverordnetenversammlung dem Bezirksamt den Auftrag, zu untersuchen, ob Rössle »nach heutigem Stand noch durch eine Straße geehrt werden sollte«.
Robert Rössle hatte als Oberkriegsarzt, als Professor fü̈r Pathologie an der Charité und als kooperierender Pathologe der Luftwaffe gearbeitet. Seit 1932 gehörte er dem wissenschaftlichen Kuratorium des Kaiser-Wilhelm-Instituts fü̈r Hirnforschung in Buch an, das später aktiv an der T4-Aktion (»Euthanasie«) beteiligt war.

1942 berief ihn Hitler in den wissenschaftlichen Senat des Heeressanitätswesens. 1944 wurde Rössle in den Wissenschaftlichen Beirat des Generalkommissars fü̈r das Sanitäts- und Gesundheitswesen Karl Brandt berufen, der im Zuge der Nü̈rnberger Ärzteprozesse zum Tode verurteilt wurde. Robert Rössle gab die »Zeitschrift fü̈r menschliche Vererbungs- und Konstitutionslehre« heraus. Noch nicht umfassend bewertet ist die Herkunft der Leichen, die er fü̈r seine Sektionen im Zusammenhang mit der Studie »Pathologie der Familie« verwendet hat.
Die Ärztin Dr. Ute Linz setzt sich seit Jahren für die Umbenennung der Robert-Rössle-Straße in Buch ein.

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Ilse KrauseFamilie von Dr. Ilse Krause gesucht!
Die Arbeitsgruppe »SpurenSuche« des Pankower Frauenbeirates erkundet die Lebenswege und Leistungen von Frauen, die in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee wohnten, darunter von Beatrice Zweig, Cecile Voigt, Lilli Henoch, Emma Ihrer und Regina Jonas. Inzwischen liegen drei Broschüren »SpurenSuche – Frauen in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee« mit den Porträts von 50 Frauen vor. Die Arbeitsgruppe initiierte ebenso Gedenktafeln und Namensgebungen von Plätzen.
Gegenwärtig beschäftigt sich die Gruppe mit den Biografien von Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen, die in Krankenhäusern und Instituten in Berlin-Buch gewirkt haben. Dazu gehört auch die Kinderärztin und ehemalige Chefärztin der Kinderchirurgischen Klinik im Hufeland-Krankenhaus, Dr. med. Ilse Krause (1917–1984). Die Arbeitsgruppe wendet sich in diesem Zusammenhang insbesondere an die älteren Leserinnen und Leser des »Bucher Boten« mit der Bitte um Unterstützung bei der Suche nach der Familie von Dr. Ilse Krause.
Hinweise bzw. Informationen können gern an Heike Gerstenberger, Gleichstellungsbeauftragte des Bezirksamts Pankow, unter Tel. 90295-2305 oder per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gegeben werden.