Geschichte

Postkarte KolonieDie Botschaft heißt: »Ich nehme mir Zeit für dich«
Seit 150 Jahren werden Postkarten verschickt – auch heute noch
Als Vater der Postkarte gilt der Berliner Geheime Postrat Heinrich von Stephan, der 1865 die Idee für die »Korrespondenz-Karte« hatte. Der Vorschlag wurde vom preußischen Generaldirektor Philipsborn jedoch abgelehnt mit der Begründung: »…da es nicht schicklich sei, daß unbeteiligte Personen die Mitteilung anderer lesen könnten«.
Die Anregungen der Postkonferenz von 1865 setzte aber vier Jahre später, 1869, der österreichische Handelsminister in die Tat um: Die erste Postkarte der Welt wurde 1869 in Wien in Umlauf gebracht.
1870 zog von Stephan nach, auch in Berlin wurden erstmals Postkarten verkauft. Gleich am ersten Verkaufstag gingen 45.000 Exemplare der »Correspondenz-Karte« über die Ladentische. Am 1. Juli 1872 wurden dann erstmals privat hergestellte Karten für den Postverkehr in Deutschland zugelassen. Die Ansichtskarte war geboren.

Postkarte BuchUm 1878 hatte sich die Postkarte weltweit durchgesetzt – gegen die Bedenken der Kritiker, die fürchteten, dass Dienstboten die Nachrichten an ihre Herrschaft lesen könnten. Knapp eine Milliarde Karten wurden um 1900 im Deutschen Reich versendet. Zu verdanken hatte die Postkarte ihren Erfolg aber auch der Schnelligkeit der Zustellung. in großen Städten wie Berlin trugen die kaiserlichen Zusteller von Montag bis Sonnabend bis zu elfmal (!) täglich die Post aus, am Sonntag einmal. Für die Bevölkerung ein Hit: Während ein Brief zehn Pfennige kostete, wurde das Porto für Karten auf fünf Pfennige reduziert. Sie waren auch billiger als Telegramme, die als schnelles Kommunikationsmittel galten.…
Auch aus Buch wurden tausende Ansichtskarten verschickt. Beliebte Motive waren der Schlosspark, das Bucher Schloss, die Schlosskirche und natürlich die Ludwig-Hoffmann-Krankenhausbauten. Die Renner aber waren die Gaststätten vor Ort …

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