Geschichte
Spaziergänge durch Buch
»Kürzlich traf ich zwei ältere Herren aus Lichtenrade, die in Buch eine alte Fachwerkkirche suchten, nachdem sie im rbb einen Bericht über Berlin-Buch gesehen hatten. Sie beklagten, dass niemand, den sie hier ansprachen, eine Auskunft geben konnte«, erzählt Manfred Pinkwart, bekannt durch seine historischen Spaziergänge durch Buch.
»Auf meinem nächsten Spaziergang durch Buch am Samstag, dem 11. April, möchte ich auf diese spezielle Bucher Geschichte aufmerksam machen. Das Stadtgut und der Schlosspark stehen dabei im Zentrum. Wir werden auch einen Blick auf das umzäunte Schutzgebiet für den Plattkäfer im Park werfen als auch auf die Pölnitzwiesen. Die Umgestaltung der Panke steht in diesem Jahr bevor.
Und natürlich schauen wir uns die rekonstruierte Schlosskirche an – auf deren Standort auch einmal eine kleinere Fachwerkkirche zu finden war. Treffpunkt ist um 10 Uhr auf dem Stadtgut Buch
Wen interessiert schon Karow?
Heute: Ärzte-Gräber auf dem alten Friedhof I
Die Auseinandersetzung mit dem Tod schärft den Blick für das Leben. Mit diesen Gedanken begebe ich mich auf den alten Friedhof um die altehrwürdige Karower Dorfkirche und blicke auf Grabstätten von Menschen, die zu Lebzeiten Ärzte waren. Warum gerade sie? Weil sie aufgrund ihres Berufes besonders eng mit dem Leben und dem Tod verbunden sind? Könnte man annehmen. Weil sie unter den Berufen nach wie vor in der Bevölkerung ein hohes Ansehen genießen? Wäre möglich. Aber es ist ganz trivial: Eine Karowerin machte mich auf ihre Grabstätten aufmerksam, ich wurde neugierig und so besuchte ich Hinterbliebene, Witwen oder Kinder, um zu »erforschen«, ob ich so das Leben der Verstorbenen einem Leserkreis näher bringen könnte.
(…)
Ein 2023 verstorbener Karower, Verehrer von Robert Koch und ehemaliges Mitglied in der gleichnamigen Stiftung, ist seinen Spuren in einem sehr langen Leben gefolgt. Das Sonntagskind wurde 100 Jahre alt und feierte die Gnadenhochzeit. Aber damit noch nicht genug des Außergewöhnlichen: Auch seine beiden Brüder, alle sehr miteinander verbunden, wurden bekannte Mediziner. Ich rede von Prof. Dr. habil. Horst-Ulrich Schneeweiß, auf dessen Grabstein aber nur sein schlichter Name steht. Selbst der ist noch zu lang, denn eigentlich wurde er nur Ulrich genannt (seine Mutter hat in ihren liebevollen Briefen an den 21-jährigen kriegsgefangenen Soldaten ihn noch mit Ulichen angeredet). Die Zeit in der amerikanischen Kriegsgefangenschaft nutzte er – von zu Hause mit medizinischer Literatur versorgt –, um sich von einem mitgefangenen Militärarzt unterrichten zu lassen und so sofort nach seiner Heimkehr gut vorbereitet in das Medizinstudium zu gehen …
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