Gesundheit & Forschung

»Wir sind ja alle soziale Wesen«
Neue Selbsthilfegruppe »Einsamkeit« wird in der Kontaktstelle Buch gegründet
Einsamkeit macht krank, manchmal tötet sie gar. Immer mehr Menschen fühlen sich oft oder meist einsam und leiden unter sozialer Isolation. Es ist ein wachsendes gesellschaftliches Problem. Nicht immer sind jene Menschen automatisch einsam, die wenig soziale Kontakte haben oder sich eher als ungesellig bezeichnen. Dennoch, eine gewisse Eingebundenheit braucht jeder Mensch, um sich emotional gesund zu fühlen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sich bei einsamen Menschen das Risiko für Depressionen, chronischen Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz, frühen Tod und Suizid deutlich erhöht. Auch Pflegebedürftigkeit tritt früher und häufiger auf. In Deutschland fühlten sich 2017 insgesamt 9,2 Prozent der 45- bis 84-Jährigen einsam, Tendenz steigend. Als erstes Land der Welt hat Großbritannien ein Einsamkeitministerium eingerichtet, um diesem Volksleiden zu Leibe zu rücken.

Auch in der Selbsthilfe-Kontaktstelle im Bucher Bürgerhaus ist man sich der Brisanz des Themas bewusst. Projektleiterin Dagmar Peinzger weiß: »Coronabedingt fühlen sich viele Menschen jetzt besonders allein und wagen sich seltener aus dem Haus. Ihnen wollen wir einen geschützten Rahmen bieten, um sich in einer Gruppe treffen und austauschen zu können«. Entsprechende Hygiene- und Schutzmaßnahmen seien getroffen. »Menschen, die viel allein sind, haben besonderen Redebedarf, brauchen Gesprächspartner für ihre Gedanken über Gott und die Welt. Deshalb soll die neue Selbsthilfegruppe auch den Untertitel ‘Kleine Philosophenrunde’ tragen«, so die Albatros-Mitarbeiterin.
Mit ihrer Unterstützung ist Eckhard S. nun dabei, die »Einsamkeitsgruppe« im Bürgerhaus ins Leben zu rufen. Dass Einsamkeit auch krank machen kann, ist ihm bewusst. Der 57-Jährige ist bereits Mitglied der Selbsthilfegruppe Ängste und Depressionen vor Ort. Das Thema Einsamkeit spiele auch dort eine Rolle.
»In der neuen Gruppe können sich Menschen treffen, die Kontakt brauchen, die mit anderen in Austausch kommen wollen«…

Ausführlicher in unserer Printausgabe


Personalisierte Onkologie der Zukunft
Nationales Zentrum für Tumorerkrankungen geplant – Charité, BIH und MDC arbeiten eng zusammen
Berlin wird einer von vier neuen Standorten für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) zusätzlich zu den bestehenden in Heidelberg und Dresden. Das gab die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bekannt. Damit bestätigte sie der Charité - Universitätsmedizin Berlin zusammen mit ihren Partnern, dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), ein hohes Potenzial für Krebsbehandlung und Krebsforschung auf Spitzen-Niveau. Dieses Potenzial soll nun verstärkt genutzt werden. Das Land Berlin plant u. a. einen innovativen Neubau für das NCT, der voraussichtlich im Wedding entstehen soll.
Die vier neuen NCT-Standorte sollen zukünftig noch mehr onkologischen Patientinnen und Patienten den Zugang zu Innovationen der personalisierten Onkologie ermöglichen. Neben Berlin gingen die Standorte Köln/Essen, Tübingen/ Ulm/Stuttgart und Würzburg/Erlangen/ Regensburg erfolgreich aus dem kompetitiven Bewerbungsverfahren hervor.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung Michael Müller gratulierte dem Team von Charité, BIH und MDC und betonte: »Die Entscheidung, in Berlin ein Nationales Centrum für Tumorerkrankungen aufzubauen, ist ein großartiger Erfolg für unsere ganze Gesundheitsstadt. Sie unterstreicht die hohe Innovationskraft unserer Forschungseinrichtungen und zeigt, wie richtig unsere Strategie ist, den Wissenschafts- und Medizinstandort konsequent weiterzuentwickeln. Berlin nimmt damit eine Schlüsselstellung ein, um die Krebsforschung entscheidend voranzubringen und neue Ansätze in der Früherkennung und Behandlung von Krebsleiden zu entwickeln.« …

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