Gesundheit & Forschung

Campus Marion BimmlerBucher kämpfen auch gegen Long Covid
Die Campus-Firma E.R.D.E.-AAK-Diagnostik GmbH wurde im Juni 20 Jahre alt 
Im Juni wurde alles besser. Das Wetter kippte unvermittelt vom kalten und nassen Nach-Winter in den warmen Sommer. Dank Impfstofflieferungen stieg die Zahl der Geimpften deutlich. Und die der Covid-19-Infizierten und -Kranken sank drastisch. Was die Politiker gleich dazu anregte, die Lockdown-Maßnahmen weitgehend aufzuheben. Nach einem Gerichtsurteil durften die Kinder auch in Berlin wieder dauerhaft in die Schule. Mag bei Grundschülern ja Sinn machen. Warum allerdings Gymnasiasten sich nur Stunden vor dem Notenschluss für zwei Wochen wieder auf engstem Raum dem Ansteckungsrisiko aussetzen sollten, statt die Sommerferien mit sinkenden Covid-Zahlen abzuwarten, sei mal dahingestellt.

Trotz des vermeintlich frischen Windes ist die Pandemie aber nicht ausgestanden. Wer die Seuche überstanden hat, ist noch lange nicht gesund. Ein erheblicher Teil der Genesenen leidet unter dem Post-Covid-Syndrom (»Long Covid«), so 80 Prozent der zuvor stationär Behandelten. Bei 86 Prozent traten Probleme mit Lunge und Atmung auf, bei bis zu drei Vierteln kam es zu Herzschädigungen. Und: Zwischen 35 und 74 Prozent (je nach Studie) der Kinder, jüngeren Erwachsenen ohne Vorerkrankungen oder nur leicht Betroffenen entwickelten neurologische Symptome: Geschmacks- und Geruchsverlust, Müdigkeit und Leistungsabfall, Muskel-, Kopf- und Gelenkschmerzen, Konzentrations-, Bewusstseins- und Schlafstörungen, Ängste und Depressionen.
Mit dem Kampf gegen Long Covid beschäftigt sich auch ein Labor auf dem Forschungscampus in Buch, das am 25. Juni sein 20-jähriges Bestehen feierte. Hervorgerufen wird die Krankheit nämlich aller Wahrscheinlichkeit nach von einer Fehlentwicklung im körpereigenen Autoimmunsystem der Patienten, den agonistisch wirkenden Autoantikörpern. Die E.R.D.E.-AAK-Diagnostik GmbH spürt diese agonistischen Autoantikörper, die gegen zelluläre Rezeptoren körpereigener Gewebe wirken, mit speziellen Analyseverfahren auf und definiert ihre Beteiligung am Krankheitsgeschehen. Dadurch ist es möglich, Betroffenen zu wirkungsvolleren Therapien zu verhelfen. Schon das Sars-CoV-2-Virus bindet mit seinem Spikeprotein an den gleichen Rezeptoren, den ACE-2 Rezeptoren, an, die auch die agonistischen Autoantikörper zum Teil binden.

Agonistische Autoantikörper spielen bei Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Demenz neben Erkrankungen des Herzmuskels, der Prostatahyperplasie und bei Transplantatabstoßungen eine wesentliche Rolle…
Foto: E.R.D.E.-AAK

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LaserEchtzeit-Einblick in die Schleimhaut
Diagnostik-Gesamtpaket soll klären: Allergie, Intoleranz Unverträglichkeit? 
Immer häufiger kommt es durch unsere Nahrung zu Allergien und Intoleranzen bis hin zu entzündlichen Vorgängen, die sich im Magen-Darm-Trakt äußern. Eine Erklärung aller Beschwerden wird oft nicht gefunden, unter anderem weil Diagnostik einseitig fokussiert stattfindet. Das Helios Klinikum Berlin-Buch will mit einem fachübergreifenden Diagnostik-Gesamtpaket Abhilfe schaffen und integriert die innovative, bislang wenig verbreitete konfokale Laser-Endomikroskopie. 
Dieses neue Rund-um-Diagnostikverfahren ist interdisziplinär zwischen den Kliniken Dermatologie/Allergologie & Innere Medizin/Gastroenterologie am Bucher Helios Klinikum etabliert worden. Das Angebot richtet sich an Menschen mit unklaren Bauchbeschwerden, fraglichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien. In einem routinierten Verfahren erfolgt zunächst die Abklärung von Typ I Allergien, Zöliakie, Intoleranz sowie der Ausschluss organischer Erkrankungen. 
»Beschwerden in zeitlichem Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme können sich viele Betroffene nicht eindeutig erklären – es gibt Menschen, die gleichzeitig verschiedene Symptome unterschiedlicher Ursachen haben«, erläutert Dr. Kerstin Lommel, Chefärztin Dermatologie/Allergologie. Als typische Symptom-Beispiele nennt sie ein Kribbeln im Mund, Hautreaktionen wie Quaddelbildung oder Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, eventuell bereits als Reizdarmsyndrom diagnostiziert. 
Dr. Lommel erlebt täglich Menschen, die sich aufgrund von vermuteten Unverträglichkeiten oder -allergien in einer Art Dauerschleife aus Untersuchungen und selbstgewählten Karenzdiäten befinden. Ob eine bestimmte Körperreaktion allergisch bedingt ist oder eine andere Ursache hat, zum Beispiel eine Intoleranz, weil Enzyme fehlen oder eine Empfindlichkeitsreaktion auf Nahrungsmittel vorliegt, ist zunächst differenziert abzuklären und damit fester Diagnostikbaustein des neuen Angebotes…
Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken  

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 OP RobotikRoboter Rosa operiert im Krankenhaus 
Mit OP-Roboter zum künstlichen Kniegelenk im Bucher Helios Klinikum 
Ein neues computerbasiertes Assistenzsystem unterstützt ab sofort das Ärzte-Team der Orthopädie im Helios Klinikum Berlin–Buch bei Gelenkoperationen. Es optimiert die Anpassung der Gelenkprothese und sorgt für deren perfekten Sitz. Die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten mit ihrem künstlichen Gelenk soll somit nochmals gesteigert werden. 
Ab sofort setzt das orthopädische Team um Prof. Dr. Kendoff auf die Unterstützung eines sogenannten semi-aktiven Roboters namens ROSA© im Operationssaal. Die halb-aktiven Roboter gelten als die sicherste Form in der Robotik. Hier trifft die Praxiserfahrung der Operateure auf die Präzision der Roboter. Prof. Dr. med. Daniel Kendoff, Chefarzt der Orthopädie sagt: »Unser Ziel ist, dass der Patient vergisst, dass er ein künstliches Gelenk hat. Das roboterassistierte Operieren mit dem System Rosa ist für uns Orthopäden ein neuer Meilenstein, um dieses Ziel zu erreichen.«…
Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken

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Lange Nacht der Wissenschaften digital
Coronabedingt bieten MDC, Gläsernes Labor und FMP Veranstaltungen im Netz an 
Auch in diesem Jahr ist alles anders. Die traditionelle Lange Nacht der Wissenschaften findet erneut nicht »in echt« statt, es wurden digitale und interaktive Programmpunkte vorbereitet. Am Sonnabend, dem 5. Juni, bieten die Bucher Campus-Akteure Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) sowie Gläsernes Labor in Zusammenarbeit mit dem Leibniz Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) digitale Themen an. 
Das Programm finden Sie in unserer Printausgabe oder im Netz unter
www.mdc-berlin.de
oder
www.glaesernes-labor.de
oder
www.langenachtderwissenschaften.de

 

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