Gesundheit & Forschung

Amon Schumann AbiturientForschung for Future
Karower Abiturient erhielt 6 internationale Spitzenpreise für Entwicklung von Mikro-Wettersonden
Während Tausende Gymnasiasten in Berlin freitags »for future« auf die Straße statt in die Schule gingen, hat Amon Schumann einen anderen Weg gewählt, um etwas gegen die Klimakrise zu tun: Der Abiturient am Karower Robert-Havemann-Gymnasium setzt auf Naturwissenschaft. 
Täglich steigen nämlich weltweit Tausende Ballons in den Himmel, um Wetterdaten zu sammeln. Nach zwei bis drei Stunden platzen sie, und die Sonden, die Schadstoffe wie Lithium enthalten, landen irgendwo in der Umwelt. »Das ist kein sehr nachhaltiges System und hat mir überhaupt nicht gefallen«, sagt Schumann. Der Gymnasiast entwickelte kurzerhand selbst einen Wetterballon mit solarbetriebener Mini-Sonde. Er gewann 2021 damit den Bundeswettbewerb »Jugend forscht«.

Nun wurde sein Projekt »In 80 Tagen um die Welt – kleine Sonden auf großer Mission« auch auf der Regeneron International Science and Engineering Fair in Atlanta/Georgia (USA) mit insgesamt sechs Preisen ausgezeichnet. Schumann errang den mit 10.000 US-Dollar dotierten Craig R. Barrett Award for Innovation für sein innovatives Konzept, das die bisher üblichen Verfahren der Wetterdatenmessung verändert – und zwar unter Einsatz einer von Schumann selbst entwickelten extrem leichten solarstrombetriebenen Sonde, die die Welt umrundet und dabei Wetterdaten liefert. 
Zudem erhielt der Gymnasiast den 1. Preis im Fachgebiet Engineering Technology: Statics & Dynamics in Höhe von 5.000 US-Dollar…              

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Cecile VogtBucher Forscherin erlangte Weltruhm
Cécile Vogt und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung in Berlin-Buch 
»Wir teilen Ihnen höflichst mit, dass wir unseren Betrieb mit dem heutigen Tage in das neue Institut verlegt haben. Unsere Adresse lautet: Kaiser Wilhelm-Institut für Hirnforschung, Berlin-Buch, Lindenberger Weg.« Was hier am 24. Februar 1930 mit einigen lapidaren Zeilen mitgeteilt wurde, war nicht mehr und nicht weniger als die Inbetriebnahme des weltweit größten und modernsten Hirnforschungsinstituts seiner Zeit. »Der Eindruck, den dieser Wunderbau des sezierten Intellekts bei seinen Besuchern hinterließ, war geradezu überwältigend«, schrieb der Autor Arthur Köstler in der Vossischen Zeitung nach einer Besichtigung der beeindruckenden Neubauten in Berlin-Buch. Mit diesem »Wunderbau« haben Cécile und Oskar Vogt ein lang verfolgtes Ziel erreicht – nach drei Jahrzehnten unter oft schwierigen Bedingungen und in nur bedingt geeigneten Räumlichkeiten im Tiergartenviertel konnten sie ihre bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiet der Hirnforschung in den modernen, speziell dafür errichteten Gebäuden mit einem größeren Team als bisher noch besser organisieren und umsetzen. 
Besonders an dieser Konstellation ist nicht nur, dass eine so fortschrittliche Forschungseinrichtung  in Berlin entsteht – sondern vor allem auch, dass es eine Frau war, die gleichberechtigt an der Seite ihres Mannes für die Konzeption des Instituts ebenso verantwortlich war wie dafür, das Großprojekt mit viel Engagement und Hartnäckigkeit durchzusetzen. 
»Cécile Vogt war die erste Frau, die auf dem Gebiet der Hirnforschung Weltruhm erlangt hat.« Mit diesem Satz endete ein Nachruf, der vor 60 Jahren, im Mai 1962, in einer Tageszeitung erschien. Und die Einschätzung scheint keineswegs übertrieben: Zu Recht kann man Cécile Vogt, was ihre wissenschaftliche Bedeutung und ihre besondere Rolle als Pionierin und Vorbild für Generationen von Medizinerinnen und Naturwissenschaftlerinnen betrifft, in einem Atemzug mit großen Forscherinnen wie Marie Curie oder Lise Meitner nennen, beide Zeitgenossinnen von Cécile. Die internationale Top-Gehirnforscherin, 1875 in Frankreich geboren, war eine brillante und mutige Frau mit einem höchst unkonventionellen Leben. Eine uneheliche Tochter hinderte sie nicht daran, ihre Medizin-Ausbildung an der Medizinischen Fakultät in Paris abzuschließen. Gemeinsam mit ihrem Lebens- und Forschungspartner Oskar Vogt, mit dem sie mehr als 60 Jahre zusammenarbeitete, erkämpfte sie sich in der konservativen, männlich dominierten Welt der Neurowissenschaften eine weltweit anerkannte Position und dringt in bis dahin unbekannte Sphären der Hirnforschung vor. In der internationalen Scientific Community war Cécile bestens vernetzt, kooperierte mit Top-Fachleuten aus aller Welt, und baute in Berlin gemeinsam mit Oskar Hirnforschungsinstitute auf – finanziell unterstützt von der Industriellenfamilie Krupp. Dabei förderte sie, ungewöhnlich für ihre Zeit, auch Wissenschaftlerinnen nach Kräften.

Und doch ist Cécile Vogt nach ihrem Tod weitgehend in Vergessenheit geraten. Eine neue Biographie von Birgit Kofler-Bettschart will das nun ändern und Cécile Vogt vor den Vorhang holen…                

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