Gesundheit & Forschung

BielkaEr hat Bucher Geschichte geschrieben
Professor Heinz Bielka wird 90 Jahre
Am Gesundheits-Standort Berlin-Buch spiegelt sich die deutsche Geschichte in ihrer Vielfalt. Prof. Heinz Bielka ist Teil dieser Geschichte!
Heinz Bielka ist ein bedeutender Wissenschaftler, der selbst Geschichte geschrieben hat. Ich persönlich und viele andere haben von ihm gelernt, welche Kraft und Inspiration von einem kritischen Geschichtsbewusstsein und von der Pflege guter Tradition ausgehen können. Die Anerkennung großer wissenschaftlicher Leistungen und damit verbundener Persönlichkeiten in der Forschung, die Fortführung der wissenschaftlichen Tradition in Berlin-Buch nach der Wiedervereinigung im Jahre 1989 als eine Basis für den Aufbau des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ist auch das Werk von Heinz Bielka. Mit seinen jetzt 90 Jahren hat er wie wenige andere die Geschichte von Berlin-Buch erlebt, dokumentiert und gestaltet. Dafür sind wir alle ihm zu Dank verpflichtet. (…)

Im Jahre 1953 kam Heinz Bielka nach Berlin-Buch. Er wurde Mitarbeiter des berühmten Krebsforschers Professor Arnold Graffi und führte maßgebliche Untersuchungen durch zum Stoffwechsel und Wachstum von Tumorzellen und Leukämie mit einem Schwerpunkt auf molekular-biologischen und zellbiologischen Aspekten des Krebswachstums. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Originalarbeiten verfasste er mehrere Lehrbücher, darunter 1959 mit Professor Graffi das Standardwerk über Probleme der experimentellen Krebsforschung und 1969 das erste Lehrbuch über die »Molekulare Biologie der Zelle«. Nach Diplom, Promotion und Habilitation wurde Heinz Bielka 1968 zum Professor für Biochemie ernannt.
Alle großen Forscher in Buch hat er persönlich erlebt und zum Teil mit ihnen gearbeitet: Robert Rössle, Erwin Negelein, Walter Friedrich, Karl Lohmann, Hans Gummel, Friedrich Jung und viele mehr…

Foto: David Ausserhofer/MDC

Ausführlicher in unserer Printausgabe


ReichEin Vorbild für die Zivilgesellschaft
Professor Jens Reich wird 80 Jahre
Wer das Privileg und das Vergnügen hatte, mit Jens Reich in den letzten 30 Jahren zu tun zu haben und ihn zu beobachten, würde kaum bemerken, dass er in dieser Zeit älter wurde. Seine sorgfältig abwägende Nachdenklichkeit mag bei einigen schon zu früheren Zeiten fälsch-licherweise als Bedächtigkeit interpretiert worden sein. Dahinter verbirgt sich damals wie heute blitzschnelle Auffassungsgabe, engagierte, temperamentvolle, nicht selten emotionale Positionierung und mutiges, wenn nötig, schnelles und konsequentes Handeln. (…)
Jens Reich wurde 1980 Abteilungsleiter im Zentralinstitut für Molekularbiologie der Akademie der Wissenschaften in Berlin-Buch. Im Jahre 1984 wurde er zurückgestuft zum wissenschaftlichen Mitarbeiter wegen politischer Unzuverlässigkeit und wegen seiner Weigerung, Kontakte in den Westen abzubrechen. Zunehmend im Widerspruch zum DDR-Regime, veröffentlichte Jens Reich unter dem Pseudonym Thomas Asperger kritische Analysen über die DDR und gründete 1989 zusammen mit Bärbel Bohley und anderen das Neue Forum, die einflussreichste Plattform der Opposition in der DDR – als staatsfeindliche Aktivität von der DDR-Regierung verfolgt.
Ich habe Jens Reich das erste Mal in Heidelberg im Fernsehen gesehen bei der Berliner Großdemonstration am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz mit seiner berühmten Rede als parteiloser Bürgerrechtler. Keiner von uns dachte an den Fall der Mauer.
Heute, fast 30 Jahre nach der friedlichen Wiedervereinigung, klingt alles wie eine wunderbar folgerichtige, positive geschichtliche Episode…

Foto: David Ausserhofer/MDC

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