Aktuelles

Wir fuer Karow Till MoepertWir bleiben kritische Begleiter
Gespräch mit Till Moepert vom Verein »Wir für Karow« zu Karows Bauvorhaben

»BB«: Die Karower Bürgerinitiative und später der Verein »Wir für Karow« wurden aus der Not geboren, um überdimensionierter bezirklicher Wohnungsbauplanung in Karow etwas entgegen zu setzen. Ihr Engagement war erfolgreich – bis der Senat das Verfahren an sich zog. Wie ist die gegenwärtige Lage?

Till Moepert: Wir geben nicht auf. Lassen Sie mich zurückschauen. Begonnen hatte alles mit Karowern, die in der bezirklichen Planungswerkstatt für die neuen Wohngebiete Karow-Süd, Am Teichberg und Straße 52 als Bürgervertreter mitmachten. Am Anfang sah es so aus, als würde eine ehrliche Bürgerbeteiligung durchgeführt. Aber in relativ vielen relevanten Fragen hieß es immer, naja, das ist nicht Teil der Rahmenplanung oder dafür ist die Rahmenplanung nicht zuständig.

Wir hatten schnell den Eindruck, dass von vornherein feststand, wie viel auf den Potenzialflächen gebaut werden sollte und wir sahen keine Lösungsansätze bei den Verkehrsproblemen. Die Bürger waren unzufrieden über die vom Bezirk angestrebten Planungen. Es gab eine Veranstaltung, in deren Ergebnis sich eine sehr engagierte Bürgerinitiative gründete. Binnen vier Wochen sammelten wir rund 4.000 Unterschriften und brachten einen Bürgerantrag zu drei wichtigen Punkten in die Pankower Bezirksverordnetenversammlung ein: Verkehslösung vor Bebauung, max. 2.000 Wohneinheiten und bis zu vier Geschossen im Zentrum der Quartiere sowie die Lösung des Schichtenwasserproblems. Der Antrag wurde im November 2020 beschlossen.

»BB«: Ein großer Erfolg. Alle waren zufrieden über den Kompromiss. Und die BI hätte sich zur Ruhe setzen können…
Till Moepert: Das dachten wir. Aber es kam anders. Der Senat hat momentan viele große Bauprojekte der Stadt an sich gezogen. Als der Bezirk die Rahmenplanung Karow ans Land abgeben musste, wurde uns klar, dass unsere ehrenamtliche Arbeit wohl doch eine längere Geschichte werden wird…

Lesen Sie ausführlich in unserer Printausgabe


SpeicherDas neue Leben des Kornspeichers
In Hobrechtsfelde haben viele Helfer Freude an der Entwicklung des Standorts
Würde der preußische Stadtplaner James Friedrich Ludolf Hobrecht heute das nach ihm benannte Hobrechtsfelde besuchen, wäre er sicherlich bass erstaunt. Denn das 1906 erbaute Stadtgut, was einst besonders die Bucher Krankenhäuser mit landwirtschaftlichen Produkten versorgte, erlebt eine neue Blütezeit. Und mittendrin thront der alte Kornspeicher als Baudenkmal und Augenweide und wird mit jedem Tag ein wenig schöner.

Speicher Spielplatz1908 wurde das Gebäude als Zentralkornspeicher für die nördlichen Güter als modernste Anlage seiner Art erbaut. Durch die ausgeklügelte Technik des Transportes vom Trichter im untersten Geschoss bis zu den einzelnen Lagerorten für das getrocknete Getreide konnte auf aufwendige Handarbeit fast vollständig verzichtet werden. Der sechsstöckige Speicher war als Rieselspeicher ausgelegt und hatte ein Fassungsvermögen von 900 Tonnen Korn (das entspricht dem gegenwärtigen Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 13.000 Menschen im Jahr). Durch das wiederholte Rieseln des Korns vom obersten Stockwerk über die verschiedenen Ebenen bis auf eine Förderanlage, durch die es wieder nach oben transportiert wurde, wurde der Trocknungsprozess enorm vereinfacht.
Zu Zeiten der DDR gehörte das Stadtgut Hobrechtsfelde zum Volkseigenen Gut (VEG) Schönerlinde. Da die Abwasser- und Schadstoffmengen auf den Rieselfeldern zunahmen, durften bald keine pflanzlichen Produkte mehr angebaut werden und mit der Eröffnung der Kläranlage Schönerlinde 1984 kam das endgültige Aus für den Gutsbetrieb.


Speicher Konzerte
Mitte der 1990er Jahre war es wohl, als der Architekt Stefan Woehrlin auf einem Spaziergang zum ersten Mal den Kornspeicher sah. Aber bevor er ihm sich mit voller Leidenschaft widmete, war er federführend am Bau des Barnim Panoramas in Wandlitz beteiligt. Aber mit dessen Eröffnung 2013 war die Zeit – und auch Stefan Woehrlin – »reif«  für die denkmalgerechte Sanierung des alten Kornspeichers…


Lesen Sie weiter in unserer Printausgabe


TurmKolleginnenKleine Räume – große Wirkung
Das Stadtteilzentrum im Turm in Karow bereichert seit 25 Jahren den Ortsteil 
Seit fünfundzwanzig Jahre gibt es jetzt das Albatros-Stadtteilzentrum im Turm in der Karower Busonistraße 136. In einer 96 m2 großen 4-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss eines Wohnhauses nebst gut genutztem Vorgarten organisieren drei engagierte Frauen soziokulturelles Leben für die Nachbarschaft. Mit Erfolg. »BB« besuchte die Einrichtung und hörte den Mitarbeiterinnen zu:

Annedore Dreger leitet das Stadtteilzentrum fast seit Anbeginn:
»25 Jahre Turm, das sind vor allem die verschiedenen engagierten Mitarbeiter, die das Leben im Stadtteil prägten. Hochmotiviert und kreativ haben sie ein  Miteinander für Karow gestaltet und immer wieder neue Impulse gesetzt.
Der Turm ist eine erste Anlaufstelle für Bürger, die sich in ihrer Freizeit sinnvoll beschäftigen wollen, die Kontakt und Beratung suchen. Es sind aber auch Neubürger, die Anregungen, Informationen oder Hilfen in besonderen Lebenslagen benötigen. Auch wer ein Ehrenamt sucht, ist hier gut aufgeboben, wir sind gut vernetzt und informiert. 
Uns geht es auch um Verbesserungen im Ortsteil, beispielsweise die Umgestaltung der Piazza oder Angebote im öffentlichen Raum.  Ich erinnere mich auch an regionale Bemühungen zur Erhaltung der wichtigen Stadtteilbibliothek oder den eigenen Kampf gegen Schließungsbestrebungen im Jahr 2009. Wir sind noch da – auch dank der solidarischen Unterstützung aller sozialen Projekte Pankows.
Der Turm ist immer seiner Ausgangsidee treu geblieben – viele Projekte unter einem Dach zu versammeln…
Foto: H. Sabl

Lesen Sie ausführlich in unserer Printausgabe


Laerm MuellAnwohner beklagen nächtlichen Lärm und Müll
Bucher Bürgertreffen wurde vertagt / Bemühungen für Polizeiwache in Buch

In der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in der Groscurthstraße in Buch leben einige hundert Menschen, vornehmlich aus Moldova, einem der ärmsten Länder Europas. Seit einigen Wochen häufen sich die Klagen Anwohnender über nächtlichen Lärm oder die Vermüllung von öffentlichen Anlagen.
Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales weiß um das Problem. In der Antwort auf eine Anfrage des Wahlkreisabgeordneten Johannes Kraft (CDU) bestätigte sie, dass es Beschwerden vor allem zu folgenden Sachverhalten gebe: Verdacht auf Straftaten, Verkehrs- und andere Ordnungswidrigkeiten; Konflikte mit Anwohnern; Umgehung von Zugangskontrollen; unzureichende Bestreifung durch die Polizei; unzureichende Maßnahmen des Betreibers gegen nächtlichen Lärm oder Diebstahl von Einrichtungsausstattung…

Lesen Sie ausführlich in unserer Printausgabe


Biotop MoorlinseHochhäuser, um Moorlinse zu schützen
BVV-Beschluss: Artenschutz durch flächensparendes Bauen in Buch
Ohne Zweifel. Die Bucher Moorlinse unweit des S-Bahnhofs ist ein sensibles Natur-Kleinod, das es zu schützen gilt. Das offene Gewässer wird von (überregionalen) Wasservögeln aller Coleur angeflogen. Sie rasten und sie brüten hier. Damit dies so bleibt, wenn das geplante Wohnquartier Buch - Am Sandhaus dem Gewässer auf die Pelle rückt, reichten die Grünen einen Antrag in die Pankower BVV ein. Sie forderten, auf die im städtebaulichen Entwurf als Option dargestellte Blockrandbebauung mit zwei großen Wohnblöcken nordöstlich der Moorlinse (gleich neben dem Naturerfahrungsraum Moorwiese) zu verzichten. Statt dessen soll der Wohnraum konzentriert im restlichen Baugebiet – klimaangepasst und flächensparend – geschaffen werden. Der Antrag der Bündnisgrünen wurde gemeinsam mit SPD und Linken beschlossen…
Foto: Axel Lüssow

Lesen Sie ausführlich in unserer Printausgabe