Geschichte

AusgrabungenKiekebuschs Nachfahren
Bronzezeitliche Spuren im LHQ Buch entdeckt
Die Männer und Frauen, die für einige Wochen auf dem Gelände des Ludwig-Hoffmann-Quartiers (LHQ) in Buch arbeiteten, fahndeten unter anderem nach dunklen Löchern. Hier hatten nicht etwa Astronomen ihre Zelte aufgeschlagen, die ihre Blicke gen Himmel wandten, sondern Menschen, die sich für die unterirdischen Geheimnisse interessierten.
Nicht von ungefähr. Als vor über 100 Jahren Ludwig Hoffmann die Bucher Krankenhausstadt konzipierte, entstand unter anderem an der damaligen Schönerlinder Straße (heute Wiltbergstraße) die 4. Berliner Irrenanstalt. Im Boden stieß man damals auf Funde aus der Bronzezeit. Höchst interessiert reiste Dr. Albert Kiekebusch, damaliger Direktor der vorgeschichtlichen Abteilung des Märkischen Museums, nach Buch und leitete von 1910 bis 1914 großfläche archäologische Grabungen. Einen bäuerlichen Bronzezeit-Siedlungsstandort von etwa 1000 bis 800 v. u. Z. entdeckten die Archäologen.

Ein Fund der Schlagzeilen machte. Pfostenlöcher verdeutlichten den Wissenschaftlern die Standstellen der früheren Holzhäuser. Kiekebusch fertigte fast 100 Grundrisse von ebenerdigen Häusern an, die hier einmal gestanden hatten.
Derzeit gibt es im Ludwig-Hoffman-Quartier Baupläne für eine Turnhalle sowie einen weiteren Wohnstandort im hinteren Bereich des Areals. Um den geschichtsträchtigen Bucher Boden wissend, gab es die Auflage vom Landesdenkmalamt an den Bauträger, sondierende archäologische Untersuchungen anzustellen. So trat Philipp Roskoschinski, prähistorischer Archäologe aus Panketal und Inhaber von Archaeros, auf den Plan…

Foto: Marschke

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MedaillenFlohmarktfund zum Radsport Weißensee
Die Numismatiker Lothar Tewes und Elke Bannicke wissen um mein Interesse an heimatgeschichtlichen Medaillen, Plaketten, Abzeichen usw. Sie dachten an mich, als sie im Sommer diesen Jahres einen Flohmarktfund machten, der uns deshalb heute beschäftigen soll. Dazu müssen wir unsere Blicke über 100 Jahre zurück nach Weißensee richten.
Aber zunächst die Beschreibung des Flohmarktfundes. Es handelt sich um das Auszeichnungskonvolut eines Radsportlers. Es setzt sich zusammen aus einer rot-grünen Bandschleife mit rückwärtiger Tragenadel, an der drei Medaillen befestigt sind. Die 1. Medaille besteht aus vergoldeter Bronze, die 2. aus Silber 990 fein und die 3. ebenfalls aus Silber aber ohne Feinheitspunze. Der Durchmesser beträgt 28 bis 28,5 mm und da die Medaillen an einer Bandschleife hängen, besitzen alle eine Öse und einen Bandring.
Auf der Vorderseite sehen wir Szenen aus dem Radsport in zeittypischer Gestaltung. Die Rückseite, die für uns interessantere Seite, zeigen bei den Medaillen 1 und 2 die fünfzeilige Inschrift »PRÜFUNGSFAHRT DER ZIEL – FAHRRAD – WERKE Weissensee – Berlin« und darunter die Zueignungsgravur an den Radsportler Otto Zoschke mit den Daten »17. 7. 1910« bzw. »13. 8. 1911«. Die 3. Medaille zeigt auf der Rückseite innerhalb von Lorbeerzweigen die Gravur     »1. Preis 6 Km Vereinsrennen 6 Min 33 Sek O. Zoschke«.
Die beiden Flohmarkt-Entdecker stellten Recherchen über die Hintergründe dieses Auszeichnungsensembles an. Demnach betrieb gemäß des Berliner Adressbuches von 1911 ein Adam Weichert in Weißensee, Berliner Allee 39, die Ziel-Fahrrad-Werke…

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