Geschichte

SchoenebeckDr. Walter Schönebeck überlebte in Bucher Versteck
Rosemarie Pumb initiierte ein Gedenktafel-Projekt für die Helfer des Bucher Arztes – im Frühjahr wird es eingeweiht
Seit 2010 berichtete der »BB« unter verschiedenen medizinhistorischen und zeitgeschichtlichen Aspekten mehrmals über den ehemaligen Bucher Arzt Dr. Walter Schönebeck, der 1913 als Assistenzarzt in der III. Irrenanstalt Berlin Buch sein Arbeitsleben begann und sich sein gesamtes Leben lang durch große Einsatzbereitschaft sowie besondere Sensibilität im Umgang mit Patienten auszeichnete.
Bereits 1933 begann die öffentliche Drangsalierung der Juden. Sie wurden auf Grund des »Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. 4. 1933« aus dem staatlichen oder öffentlichen Dienst entlassen.

Dr. Schönebebeck – und mit ihm etwa  einhundert jüdische oder politisch missliebige Mitarbeiter der fünf Bucher Krankenanstalten – erhielten am 2. September 1933 die Kündigung. Mit deutlich gekürzten Pensionsansprüchen wurden die Geschassten gewissermaßen »auf die Straße gesetzt«. Wortwörtlich betraf es all diejenigen, die in einer Dienstwohnung lebten.  Sie mussten ihre Wohnungen »in sauberem Zustand« spätestens am 31. 12. 1933 an den Vermieter zurückgegeben haben. Zu den Betroffenen gehörten u. a. Oberarzt Dr. Schönebeck, Verwaltungsleiter Donnerhack und der Ärztliche Direktor der Heil- und Pflegeanstalt, Prof. Birnbaum.  …
Für Walter Schönebeck war die Warnstufe Rot erreicht, als er sich im Reichsbahnlager Karow, Pankgrafenstraße, Anfang September 1943 einfinden sollte. Auch die angeblich neue Wohnanschrift war bereits in der Reichsärztekartei, von Viereckweg 27 in Lager Pankgrafenstraße geändert worden. Selbst das »J« (Jude) hinter seinem Namen fehlte nicht. Das »Reichsbahnlager« war ein übel beleumdetes Zwangsarbeiterlager für »Russen«, d.h.: schlechte Kost und schwere Arbeit im Gleisbau! Wahrscheinlich hat er die ihm zugewiesene Stelle nie angetreten. Dr. Schönebeck tauchte unter.
Der Bucher Arzt hatte trotz allem viel Glück. Als sein Leben gefährdet war, sorgten und beschützten ihn von 1943 bis 1945 mindestens zehn Menschen in unterschiedlicher Weise. Die Bucher Gruppe bestand aus vier Frauen, drei Männern, einem Kind und zwei französischen Kriegsgefangenen (siehe »BB« 5/2010).  Sein Versteck war eine extra für ihn trocken gelegte Jauchegrube neben dem Wohnhaus von Rudolf und Minna Siegert im Viereckweg 26 in Buch…

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