Geschichte

AbzeichenDoppeljubiläum in Bernau 1932
Unser numismatischer Ausflug soll uns heute in die benachbarte Stadt Bernau führen. Bernau bei Berlin wird sie meistens tituliert, um unser Bernau von den Ortschaften gleichen Namens im Süden Deutschlands zu unterscheiden. Der bekannteste Ort mit dem Namen Bernau ist wohl die in Bayern gelegene Gemeinde Bernau am Chiemsee an der Autobahn München – Salzburg. Bei unserem Bernau wird bei der Aussprache die Endsilbe betont, beim bayrischen Bernau die erste Silbe. Mitunter konnte man bei der Berliner S-Bahn bei der Stationsansage »Zug nach Bernau« von der Betonung ableiten, dass kein Berlin/Brandenburger vor dem Bahn-Mikrofon saß und wohl unbeabsichtigt mit der falschen Betonung das bayrische Bernau als Endstation der S-Bahnlinie ausrief. Nun ja, Berlin ist eben ein Schmelztiegel vieler Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsorten und mit der Zeit wird es auch bei ihnen mit der richtigen Betonung klappen.

1932 feierte man zwei Jubiläen in Bernau, zum einen 700 Jahre Ersterwähnung der Stadt in einer Urkunde. 1932 ging man dabei noch vom Jahr 1232 aus, was sich aber in neuerer Zeit als falsch herausstellte (vergl. BB 4/2014). Richtig ist vielmehr das Jahr 1292. Zum anderen beging man 1932 das 500-jährige Jubiläum der Hussitenabwehr in Bernau, wo es der Stadt gelang, einen mehr oder weniger großen Heerhaufen der Hussiten an den Mauern der Stadt abzuweisen. Grund genug für Bernau, diesen beiden Jubiläen – 700 Jahre Ersterwähnung der Stadt und 500 Jahre Hussitenabwehr – eine Plakette und ein Abzeichen zu widmen…

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Der Reiz der Vergangenheit
Frau L. aus Panketal recherchierte ca.250 Familienmitglieder, darunter die Puhlmanns
Vermutlich sind mehr Leser des »Bucher Boten« auf leidenschaftlicher Pirsch nach ihren Vorfahren, als ihre Nachbarn ahnen. Ein Karower Leser, Wolfgang M., zum Beispiel, muss für eine Begegnung mit seinen Vorfahren keine Weltreisen unternehmen, denn die letzten Generationen vor ihm lebten und starben in Berlin, der ehemaligen Residenz der Brandenburger Kurfürsten, preußischer Könige und deutscher Kaiser.
Frau L. aus Panketal fahndet bereits seit einigen Jahrzehnten nach Schriftstücken, die Lebensdaten und Lebensumstände ihrer Vorfahren amtlich oder durch private Zeugnisse belegen. Sie begann mit ihren Nachforschungen zu einer Zeit, als weder ein PC noch ein Internetanschluss zur Grundausstattung eines deutschen Haushaltes gehörten. Das derzeitige Ergebnis ihrer Arbeit sind unterschiedlich umfangreiche Informationen über nahezu 250 Familienmitglieder.
Im Schlafzimmer von Frau L.s Großmutter hing ein Frauenbildnis. Es war die Mutter einer anderen Mutter, die wieder eine Mutter hatte u.s.w. Als Kind erfuhr Frau L. nie etwas über die geheimnisvolle Frau an der Wand. Heute kann Frau L. sämtliche Mütter und Großmütter der weiblichen Linie der »Puhlmanns« ab Mitte 1750 aufzählen. Sie hat eine Fülle alltäglicher, aber auch spannender Dokumente, Briefe und Erzählungen über ihre Vorfahren zusammengetragen und die Koordinaten von fast 250 Familienmitgliedern aus den Jahren um 1750 bis in die Gegenwart erfasst.  
Es ist nicht ganz leicht, den zahlreichen Schicksalen zu folgen. Ein Felix Krull oder ein Franz Biberkopf sind nicht darunter. Um 1750 zog der Müllerssohn George Puhlmann mit seiner Ehefrau Maria Magdalena und zwei Kindern von Fredersdorf bei Beelitz nach Potsdam.  Am 10. 7. 1751 wurde dem Paar in Potsdam der dritte Sohn, der spätere Landschaftsmaler Johann Gottlieb Puhlmann, geboren. Von ihren neun Kindern überlebten sieben, drei Jungen und vier Mädchen.
Während des Siebenjährigen Krieges erwarb George Puhlmann vor den Toren Potsdams in nachbarschaftlicher Nähe zum Schloss Sanssouci ein ausgedehntes Anwesen mit mehreren Gärten und Häusern für nur 2.500 Taler. Der Hauptbau war ein großes, sehr schönes Fachwerkhaus mit etwa 80 bis 90 Fenstern, das der neue Besitzer mit viel kaufmännischem Geschick leitete. In- und ausländische Gäste des  königlichen Schlossherren nahmen hier Quartier und erlebten den Wirt als »kunstsinnigen Mann«.
Sohn Johann Gottlieb verbrachte bereits als Kind ungezählte Stunden in der Bildergalerie des benachbarten Schlosses und früh wusste der Junge, dass er »Landschaftsmahler« werden wollte. Im Alter von 23 Jahren wanderte Johann Gottlieb von Potsdam nach Rom mit dem Ziel, bei dem berühmten Maler Pompeo Batoni zu studieren…

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