Geschichte

Reformation GrabmonumentBuch und die Reformation
Jahrestage jeglicher Art von besonderen historischen Ereignissen prägen maßgebend das kulturelle Leben. 2017 ist es vor allem  der 500. Jahrestag der Reformation. Ein Mega-Ereignis, das Anlass bietet für spektakuläre Ausstellungen und anderweitige kulturelle, religiöse und politische Aktionen. Deren Bandbreite ist schier unermesslich. Mit dem Monat Mai beginnt faktisch die abschließende Etappe des Jubiläums. In Berlin wurde schon Mitte April die Ausstellung »Der Luther Effekt« eröffnet. Zwei weitere nationale Expositionen beginnen im Mai in Eisenach und – natürlich – in der Lutherstadt Wittenberg. Das Land Brandenburg widmet sein Kulturjahr mit über 300 Veranstaltungen ebenfalls der Reformation. Vom 24. bis 28. Mai findet der Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg statt. Es wird also sehr viel geboten und es gibt viel zu sehen, zu hören, zu besuchen, zu reisen. Es müsste für jeden etwas dabei sein, unabhängig von der jeweiligen Stellung zur Kirche.

Die Ereignisse kann man aber auch an Originalschauplätzen erkunden und es lohnt sich eine historische Spurensuche. Der Übertritt des Kurfürsten fand in der Spandauer St.-Nikolai-Kirche statt. Auf dem Vorplatz, dem heutigen Reformationsplatz, wurde 1889 ein Standbild von Joachim II. errichtet. In der Kirche selbst steht man als Besucher ehrfürchtig vor einem Doppelepitaph an ungewöhnlicher Stelle zwischen Kanzel und Altar. Das Epitaph zeigt über zwei liegenden Löwen die Gebrüder Joachim (1515–1572) und Zacharias (1522–1575) von Röbel, die Herren von Buch zur Zeit der Reformation.…

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Stammbaum ZeugnisDas Bild unserer Ahnen (1)
Vom Drang, unsere Vorfahren – und damit uns selbst – besser kennenzulernen
Rund 500 Millionen deutschsprachige Einträge zur Familienforschung können im Internet eingesehen werden. Weltmeister in der Ahnenforschung sind die Amerikaner. Über 120 Millionen von ihnen versuchen, in langjähriger und kostenintensiver Spurensuche die Lebensgeschichte ihrer Vorfahren zu ergründen.
Zu den Pionieren der Ahnenforschung gehören zahlreiche Mitglieder der »Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage«. Allgemein sind sie besser als Mormonen bekannt. 1830 konstituiert, gründete die erfolgreiche »Neukirche« bereits im Jahr 1893 die »Genealogische Gesellschaft«. Ihr Vorhaben hatte ein besonderes Ziel: die Rettung ungetaufter Seelen.
Das vor 124 Jahren angelegte und ständig erweiterte Archiv enthält nicht nur über Generationen hinweg sorgfältig dokumentierte Personalien längst verstorbener Menschen, sondern auch Passagierlisten, Grundbücher und anderes mehr. Darüber hinaus können Mitglieder der »Kirche Jesu Christi« ihre eigenen Daten, bzw. ihre Stammbäume, der Genealogischen Gesellschaft anvertrauen. Nach jüngsten Informationen werden gegenwärtig in sieben hoch gesicherten, bomben- und feuerfesten Granithöhlen in den Bergen von Wasatch in Utah, etwa drei Milliarden Dateien und einige Millionen Stammbäume aufbewahrt.
Woher kommt das Bedürfnis, sich der langen Reihe der Vorfahren zu vergewissern?  Im Prinzip weiß jeder, dass in der Vergangenheit das Leben der allermeisten Menschen schwierig war, dass viele ihr weniges tägliches, meist mühsam erarbeitetes Brot mit einer großen Kinderschar teilen mussten. Geld für die Schulbildung der Kinder konnten nur die wenigsten aufbringen. Noch vor nicht allzu langer Zeit war Hoffnung die zwar billigste, aber nahrhafteste Nahrung…

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