Geschichte

Kurs2In die Tiefe der Bucher Geschichte
Um Geschichte zum Anfassen geht es in einem Kurs der Hufelandschule
Die Karower »Historienwanderer« Jonas und Stefan Hückler bieten bereits das zweite Jahr den Kurs »History« in der Hufelandschule Buch an. Momentan beschäftigen sich die Siebt- und Achtklässler mit einem Schlosspark-Führer, der kurz vor seiner Vollendung steht. Die Geschichtskundigen unternehmen darin eine Wanderung durch die Park-Geschichte zu den zerstörten Denkmälern, Skulpturen und Gebäuden, die hier einmal ihren Platz hatten. Für den Druck suchen die Autoren noch dringend Spenden! Die Publikation soll mithelfen, den Turm der Bucher Kirche wieder aufzubauen.
»Wir haben alles dokumentiert, was es hier einmal gegeben hat. Nur wenige Fragezeichen bleiben stehen«, so Stefan Hückler. »So wissen wir noch immer nicht, wo genau die Skulptur ‘Fischschwanzgruppe’ gestanden haben mag.«

KursNach 1945 wurden Fragmente der Plastik im Parkteich gefunden. Die Hücklers nehmen deshalb ihren Ursprungsstandort nicht weit entfernt von dem Gewässer an. »Vielleicht weiß es ja ein Leser ganz genau und kann die Sache doch noch aufklären«, hofft der Geschichtsenthusiast.
Die Fundament- und Sockelreste des Denkmals der Julie von Voß (Ehefrau des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II.) haben die Hufelandschüler mit ihren Kursleitern unweit einer Pankebrücke gefunden. »Leider wurde der Sockel bei Wegearbeiten vor nicht langer Zeit halbiert«, erzählt Jonas Hückler. Irgendwann einmal den ganzen Gedenkstein wieder aufzustellen, der in der Friedrichwerderschen Kirche in Mitte  aufbewahrt wird, das sei ein großer Wunsch.
Wahrscheinlich sind die Teilnehmer des Kurses die einzigen weit und breit, die sich über die Baustelle inmitten von Buch freuen. Denn noch ein anderes Thema treibt sie um. Werden unter der freigelegten Straßendecke der Wiltbergstraße mittelalterliche Spuren zu finden sein? …

Ausführlicher in unserer Printausgabe


Buch und die Reformation (2)
Im Unterschied zu Sachsen und Thüringen vollzog sich der Übergang vom römisch-katholischen zum evangelisch-lutherischen Kirchenwesen vor 500 Jahren in Brandenburg ohne Aufstände und Schlachten. Der Prozess ging langsam und allmählich von unten her vor sich. Man findet deshalb kaum nähere Meldungen oder ausführliche Informationen. Nur schlechte Nachrichten finden ja bis heute leichter Erwähnung in den Medien.
In Buch, Karow und der weiteren Umgebung kann man deshalb dankbar sein, dass der Bucher Pfarrer Martin Pfannschmidt 1927 seine »Geschichte der Berliner Vororte Buch und Karow« veröffentlichte und der Reformationszeit ein ganzes Kapitel widmete. Da sich im Laufe der Jahrhunderte Legenden und Irrtümer im Volksglauben und auch in der Literatur zu den längst vergangenen Zeiten eingeschlichen hatten, sah sich Pfarrer Pfannschmidt genötigt, mit diesen Unklarheiten aufzuräumen. Man war z. B. lange Zeit überzeugt, dass Philipp Melanchthon, der wohl engste Vertraute Martin Luthers, zwei der elf Kinder des Joachim von Röbel in Buch getauft habe, also in Buch gewesen sein müsste. Dem Pfarrer kamen Zweifel und nach Rücksprachen mit Kennern der Reformationsgeschichte schloss er definitiv einen Aufenthalt des großen Gelehrten in Buch aus und nennt auch triftige Gründe…

Ausführlicher in unserer Printausgabe